Blümchenfee.
Aberglaube

Aufstehen, Duschen, Zähne putzen, Haare fönen, frühstücken - ja, denkste!

Es hätte so schön werden können. Ein idyllischer Montagmorgen, kurz vor der Geschichtsabiturprüfung, Ruhe, Gelassenheit. Aber nein, leider gibt es Menschen, die einfach dazu geboren wurden, ihren Mitmenschen einen Strich durch jede Rechnung zu machen.

Ich stehe also um 6 Uhr morgens auf, dusche mich, putze mir die Zähne und möchte gerade anfangen, meine Haare zu fönen, da klingelt plötzlich mein Handy. Ich denk' mir dabei nichts Böses, da es hin und wieder vorkommt, dass mir gewisse Menschen um diese Uhrzeit Glück wünschen wollen [wobei manche Menschen da ein Gedächtnis- und Wochentagproblem haben].
Allerdings ist mir nach 10 Sekunden bewusst, dass ein entspannter Start in den Tag anders aussieht. S. ist dran. Sie erklärt mir in völlig zusammenhanglosen und abgehackten Sätzen, dass sie heute Vormittag unmöglich ihre Abiklausur schreiben kann.
Man muss dazu sagen, dass S. manchmal dazu neigt, leicht hysterisch zu werden und zu übertreiben.
Diesmal scheint es allerdings etwas ernstes zu sein.
Hoffe ich.

Nach weiteren wirren Sätzen ihrerseits und beruhigenden Worten meinerseits erfahre ich endlich, was ihr eigentliches Problem ist: Ihr ist eine schwarze Katze über den Weg gelaufen.
Mein erster Gedanke ist: "Wie kann jemandem um halb sieben morgens eine Katze über den Weg laufen?" Ich beschliesse jedoch, sie nicht mit diesem Gedanken zu konfrontieren, da mein Magen zu knurren beginnt.
Während sie mir also von ihrer traumatischen Begegnung erzählt, ziehe ich mich an, packe meine Tasche und überlege, ob ich Socken anziehen sollte oder nicht. Vielleicht wird's ja warm.
Ich entscheide mich für Socken. Irgendeiner muss ja optimistisch sein. S. ist es nämlich nicht.
Ich erkläre ihr also, dass die Katze bestimmt gar nicht schwarz war. Sicherlich hatte sie irgendwo einen weißen Fleck. Oder einen braunen. Sieht man um 6 Uhr morgens ja nicht. Aber nein, S. glaubt mir nicht.
Also versuchen wir mal die liebevolle Art. Kuscheltour: "Die arme Katze will aber bestimmt nicht, dass du wegen ihr dein Abitur nicht schaffst." Das klappt schon eher. "Und die arme Katze wusste sicherlich nicht, dass du gerade dort langgehst, sonst hätte sie bestimmt gewartet." (Es ist mir leider nicht möglich, den Rest genau zu reproduzieren, aber letztendlich habe ich es geschafft, S. davon zu überzeugen, dass die arme Katze gar nichts dafür und S. beruhigt ihre Klausur schreiben kann.)
Es ist so schön, gute Taten zu vollbringen...

Der Rest des Tages verläuft nun relativ ereignislos.
Um viertel nach Acht sitze ich in C13, erhalte meine zwei Klausurvorschläge und entscheide mich innerhalb von 3 Minuten für Vorschlag II. Wer braucht schon 20 Minuten Einlesezeit...
In den folgenden 240 Minuten esse ich 2 Brote, trinke 250ml Wasser und gehe erstaunlicherweise kein einziges Mal zur Toilette. Vielleicht ist Geschichte doch fesselnder als ich dachte. Um 12.15 Uhr verlasse ich das Schulgebäude und warte noch weitere 75 Minuten auf meinen Bruder, während ich darüber nachdenke, wie überflüssig es doch eigentlich ist, tagelang Lernzettel anzufertigen, die ich in wenigen Stunden sowieso wegschmeißen werde. Das erklärt aber zumindest den hohen Papierverbrauch der Deutschen. Hat ja auch was Gutes.

Da mich das morgendliche Ereignis bis 14 Uhr nicht loslässt, informiere ich mich nach Ankunft in meinen vier Wänden sofort über böse, schwarze Katzen und ihre Auswirkungen und stoße dabei auf Folgendes:

"Um die Katze rankt sich so allerlei Aberglaube. Besonders die schwarze Katze wird als Überbringer von Unglück gesehen. Die bunten Katzen gelten dagegen als Glücksbringer. Auch als Wetterprophetin und Orakel wird die Katze aber gesehen.

Das negative Bild der schwarzen Katze resultiert aus dem Mittelalter, wo man sie für Hilfsgeister der Hexen hielt. Und zur Zeit der Hexenverfolgungen wurden auch schwarze Katzen gejagt, mit dem Ziel das Teufelsgetier auszurotten.

Wenn eine schwarze Katze einem über den Weg läuft, so bringt das Unglück. Um das zu verhindern, muss man drei Steine über die Katzenspur werfen oder auf einen Stein spucken.

Eine schwarze Katze bringt dem Haus Glück, eine dreifarbige Katze schützt vor Feuer.

Leckt sich die Katze gegen den Haarstrich, so folgt Regen. Frisst die Katze Gras, regnet es auch bald. Kratzt die Katze am Tischbein oder an einem Brett, dann wird es windig. Geht sie längere Zeit nicht aus dem Haus, so wird es kalt.

Auch als Orakel kannst du deinen Stubentiger nutzen: Willst du eine Frage beantwortet haben, so lege fest, welche Pfote für ja und nein steht. Je nachdem mit welcher Pfote die Katze durch die Tür kommt, heißt die Antwort auf deine Frage ja oder nein."

Interessant. Läuft dir also demnächst eine schwarze Katze über den Weg, hast du Pech und dein Haus Glück.
Um das zu umgehen, müsste ich täglich in meinem glücklichen Haus mit Steinen schmeißen oder rumspucken. Hm, lecker.
Alternativ könnte ich Remus natürlich als Orakel und Wetterfrosch benutzen, um damit reich zu werden.
Vielleicht klappt's ja.

Und wenn nicht, dann habe ich ja bald immer noch mein Abitur, um irgendetwas anderes zu werden. Friseurin zum Beispiel. Wenn man der kompetenten Berufsberaterin Glauben schenken mag. Dafür werde ich jetzt allerdings intensiv für meine Englischprüfung lernen. Vielleicht werd' ich dann sogar Hairstylistin...

Darf man eigentlich keinem erzählen.

15.7.08 12:50


Edelbitter

Ich hab so langsam echt keine Lust mehr. Bin aber froh, dass heute Sonntag ist und ich somit das Gröbste hinter mir habe. Morgen kommt Geschichte, Mittwoch Englisch. Wird aber ganz locker, hoff' ich. Dann kommt irgendwann noch Bio.

Ich brauch' Frühling, Sonne & vor allem Zärtlichkeit.

Echt bitter.

15.7.08 12:40


Reallife

Heute habe ich es geschafft, meine vier Wände zu verlassen und mal wieder ein wenig frische Luft einzuatmen. Ich kann sagen, es war sehr spektakulär.

Grund dafür war einzig und allein mein Fieber, das schon seit letztem Donnerstag eine Symbiose mit meinem Körper führt. Ich habe zwar grundsätzlich nichts gegen Mitbewohner oder Besuch, allerdings stört mich mein Gehuste schon ein wenig. Hört sich manchmal an wie bei einem fünfzigjährigen Kettenraucher.
Aber man muss ja tolerant sein. Viren und Bakterien haben schließlich auch ein Recht auf Leben, haben ja eh keine andere Lebensaufgabe zu erfüllen als Leute zum Husten, Schwitzen, Frieren und Niesen zu bringen.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Mein Arztbesuch. Heute Morgen extra um kurz vor 8 aufgestanden, um gleich bei meinem Arzt anzurufen. Pustekuchen. Mein Arzt macht das vierte Mal in diesem Jahr Urlaub. Ich glaube, es gibt gar nicht so viele schöne Orte auf dieser Welt, um so oft Urlaub zu machen. Also hab ich mir bei seiner Vertretung einen Termin geben lassen, mich geduscht, gefrühstückt und um halb 9 die Nase aus der Haustür gesteckt.
Wenn mein Hausarzt das nächste Mal Urlaub macht, warte ich lieber zwei Wochen leidend im Bett, als dass ich noch mal seine Vertretung aufsuche. Oder ich suche mir einfach einen neuen Hausarzt.

Es stört mich ja eigentlich nicht im Geringsten, dass die Arzthelferin (heißt das heute noch so? Oder gibt es dafür auch so einen schönen Begriff wie den Facility Manager?) aussieht wie eine Friseurin im ersten Lehrjahr, mit komischer Frisur, 3 Schichten Make-up und 5 Zentimeter langen Fingernägeln. Es ist auch eigentlich kein Problem, dass die Praxis überfüllt ist und die Privatpatienten mal wieder zuerst drankommen, obwohl ich schon eine Stunde länger warte. Unangenehmer wird es dann schon, wenn die gesamte Praxis nach verwesenden Ratten riecht.
Als ich nach eineinhalb Stunden Wartezeit dann endlich den Behandlungsraum betreten durfte, wusste ich, dass der Arzt definitiv die verwesende Ratte war. Er roch so, er sah so aus, er sprach so. Aber man soll ja nicht gleich nach dem Äußeren urteilen.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Mann sein Handwerk versteht. Er hat herausgefunden, dass ich Fieber habe, wie eine Bekloppte huste und mein Hals angeschwollen ist. Wenn ich meiner kleinen Schwester meinen roten Arztkoffer, den ich zu meinem 19. Geburtstag bekam (Danke noch mal dafür), gegeben hätte, wäre sie sicherlich zu demselben Schluss gekommen.

Aber ich will mich ja nicht beschweren. Immerhin ist er auch nur ein Mensch und freundlicherweise hat er mir sogar ein Antibiotikum verschrieben.

Ich bin ihm wirklich dankbar.

15.7.08 12:38


Neuanfang - Wetterfrosch?

Wie ihr sicherlich bemerkt haben werdet, war mein Blog in den letzten Wochen und Monaten recht leer. Um nicht zu sagen - tot.

In dem ganzen Abigewusel und anderen wichtigen Dingen im Leben hatte ich einfach keine Zeit, mich regelmäßig zu melden.
Heute Nacht kam mir dann aber die glorreiche Idee, den Blog einfach komplett neu zu machen. Konnte eh nicht schlafen..
Manchmal frage ich mich ja, was Streber doch für arme Menschen sein müssen. Lernen kann echt anstrengend sein und fertig machen. Außerdem vereinsamt man total.. Von unruhigen, schlaflosen Nächten wollen wir gar nicht erst reden.

Abgesehen von meinen Abiturvorbereitungen gibt es eigentlich nicht viel aus meiner kleinen Welt zu berichten. Ehrlich gesagt würde ich davon sicherlich auch gar nichts mitbekommen: Imperialismus, deutsche Außenpolitik und Spätantike beschäftigen mich mittlerweile von morgens bis abends. Meine liebe Familie tut dann noch ihr Übriges (vielen Dank übrigens für die tollen Tischdienste, Aufräumaktionen und Einkaufstouren - die weiß ich derweilen echt zu schätzen).
Folglich ist es relativ irrelevant, welcher Wochentag heute ist oder was das Wetter mal wieder so macht.

Apropos Wetter.. Erst heute Morgen durfte ich mir von Lena anhören, wie ungerecht doch das Wetter sei. Ständig regnet es. Es ist kalt, dunkel, windig - und wenn die Sonne dann mal da ist, dann nur für fünf Minuten. Wie ungerecht..
Klar, es ist schon irgendwie doof, auf dem Weg von der Haustür zum Auto völlig durchnässt zu werden, um anschließend mit Sonnenbrille und offenem Fenster durch die Stadt zu fahren.
Lena scheint mit ihrer Meinung jedoch nicht ganz allein zu sein. Ganz Deutschland beschwert sich über das böse Wetter.
Aber mal ehrlich, noch letztes Jahr fluchte die halbe Welt über die brühende Hitze im März und April und fürchtete das Verbrennen der Erde in nur wenigen Wochen. Und heute? Heute regnet es, die Sonne scheint. Es ist kalt. Es ist warm. Es hagelt. Es schneit. Heute habt ihr eigentlich das volle Programm. Aber anscheinend kann man es bezüglich des Wetters niemandem Recht machen. Wieso auch? Irgendjemandem muss man ja die Schuld an einem schlechten Tag in die Schuhe schieben können.
Mir ist all das eigentlich relativ egal. Ich nehme das Wetter nur bedingt dann wahr, wenn ich mich über die plötzlich hereinbrechende Dunkelheit wundere. Allerdings hilft mir zum Ermitteln der Tageszeit schon der Blick auf die Uhr unten rechts auf dem Bildschirm.

Nun gut, ich werde mich nun weiter den Soldatenkaisern der Spätantike widmen.

Klingt nach Spaß.

15.7.08 12:23


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Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.

Twain

Anna, 19 Jahre alt jung, geboren am 29. Januar 1989, noch wohnhaft in Melle, seufzt ständig grundlos, liebt Eis, Schokolade, Theater, Musik und ihn, hat seit diesem Sommer das Abi in der Tasche und beginnt im Oktober ihr Lehramtsstudium.

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